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  • Juli 2019Stress und Pausen - Worauf zu achten ist

    Stress entsteht, wenn wir uns unter Druck gesetzt fühlen, von einer oder gar mehreren Seiten, und wenn wir glauben nicht mehr zurechtzukommen. Menschen, die ausgeglichen sind, können mit Stress positiv umgehen. Dies funktioniert umso besser, je eher wir die Warnzeichen für Stress erkennen und lernen, damit umzugehen. Diese sieben Tipps helfen Ihnen bei Stress im Job.

    Tipp 1: Ändern Sie die Dinge, die Sie ändern können.
    Stress baut sich Zug um Zug auf. Deshalb kann es schon helfen, wenn Sie die Stressfaktoren bei der Arbeit identifizieren. Die, die Sie ändern können, sollten Sie auch gleich ändern – selbst wenn es sich nur um vermeintliche Kleinigkeiten handelt, zum Beispiel den Arbeitsplatz ordentlich zu halten.

    Tipp 2: Setzen Sie sich und anderen klare Grenzen.
    Am Ende Deines Arbeitstages sollten Sie nicht mehr an die Probleme bei der Arbeit denken. Nur wenn Sie sich richtig erholen und gut schlafen können, sind Sie am nächsten Tag wieder fit für die Arbeit. Deshalb sollten Sie hier konsequent sein. Es ist hilft auch nicht, die Probleme nach der Arbeit mit Kollegen, Freunden oder der Familie immer wieder hin- und her zu wälzen. Setze Sie sich eine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit!

    Tipp 3: Organisieren Sie ihren Tagesablauf.
    In Stresssituationen weiß man oft nicht mehr, was man als Nächstes tun sollte. Wenn Sie fürchten, nicht alle Aufgaben erledigen zu können, beginnen Sie einfach mit der, die gerade auf Sie zukommt. Planen Sie ihren Tag. Denn in einer halben Stunde intensiver und gut organisierter Arbeit erreichen Sie mehr, als wenn Sie eine Stunde im Chaos „herumwuseln“.

    Tipp 4: Machen Sie bewusste Pausen (siehe auch Artikel „Richtige Gestaltung von Pausen“).
    Versuche Sie nicht, die Anspannung mit Hilfe von Alkohol, Nikotin oder Essen zu lösen. Ein Spaziergang um den Block oder ein paar tiefe Atemzüge können schon helfen, einen klaren Kopf zu bekommen. So ist es leichter, zur Ruhe zu kommen und neue Perspektiven zu entwickeln.

    Tipp 5: Ändern Sie ihre Erwartungshaltung.
    Stress kommt teilweise aus Ihnen selbst heraus, wenn Sie zum Beispiel zu viel von sich verlangen. Überprüfen Sie ihre eigene Erwartungshaltung und orientieren Sie sich an Zielen, die Sie und ihre Kollegen bei der Arbeit auch tatsächlich erreichen können.

    Tipp 6: Sagen Sie zu sich „Stopp“ und denke Sie nach.
    Je mehr Sie sich bei einer Aufgabe unter Druck setzen, desto geringer ist die Chance, dass Sie diese auch schaffen können. Wie gestresst Sie sich auch fühlen: Nehmen Sie sich etwas Zeit und versuchen Sie, Abstand zu gewinnen. Betrachten Sie die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln und planen Sie erst dann ihren nächsten Schritt. Lernen Sie „Nein“ zu sagen, wenn Sie in solchen Stresssituationen zusätzliche Arbeiten erhalten sollten.

    Tipp 7: Lernen Sie zu reden.
    Habe Sie keine Angst davor, mit Kollegen zu sprechen oder nach Hilfe zu fragen. Das ist kein Zeichen für Versagen, sondern ein Zeichen für gute Teamarbeit.

    Richtige Gestaltung von Pausen

    Krank zur Arbeit, immer erreichbar, regelmäßige Überstunden, Arbeiten am Limit ist für manche Beschäftigte All­­tag. Um alle Aufgaben zu schaffen, wird die Mittags­­pause nicht selten am Schreib­­tisch verbracht und die Arbeits­­zeit intensiviert. Wer sein Arbeits­­tempo erhöht, verzichtet oft auch auf den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie die gegen­seitige Unter­­stützung im Team. Auch der eigene Anspruch an die Qualität der Arbeit kann nur noch teil­­weise erfüllt werden. Wird zusätzlich regel­­mäßig auf Erholungs­­pausen verzichtet, kommt es vermehrt zu Fehlern, und die Gesund­heit leidet. Daher ist eine gesunde Pausen­­kultur im Unter­­nehmen äußerst wichtig! Und … Pausenzeiten sind gesetzlich geregelt: Wer länger als sechs Stunden arbeitet, muss mindestens 30 Minuten Pause machen. Bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit sind mindestens 45 Minuten vorgeschrieben. Für Jugendliche gelten abweichende Regelungen.

    Tipp 1: Bedeutung von Pausen erkennen
    Pausen sind keine vertane Zeit, sondern haben viele wichtige Funktionen, die sich positiv auf die Leistungs­fähig­keit der Beschäftigten auswirken können und zu einer qualitativ hoch­wertigen Arbeit beitragen. Zum einen dienen sie der Erholung: In der Pause sollen Beanspruchungen aus voran­gegangenen Tätigkeiten ausgeglichen und es soll neue Energie getankt werden. Zum anderen dienen Aus­zeiten dazu, die Arbeit zu gliedern, sich auf wechselnde Aufgaben einzustellen oder gedanklich von der Arbeit abzuschalten. Wer seine Pausen einhält, kehrt mit einem frischen Geist und neuen kreativen Ideen zurück an den Schreib­tisch. Auch die soziale Funktion von Pausen, in denen man sich mit seinem Team austauscht, ist nicht zu unter­schätzen. Wer seine Pause ausfallen lässt, schadet sich und seiner Gesundheit.

    Tipp 2: Pausen­kultur vorleben und unter­stützen
    Führungskräften kommt beim Thema Pause eine besondere Rolle zu. Einer­seits sollten sie als Vor­bild selbst auf die Einhaltung von Pausen und deren gesund­heits­förderliche Gestaltung achten und dies ihren Beschäftigten gegen­über vorleben. Anderer­seits kann eine Führungs­kraft ihre Mit­arbeiterinnen und Mit­arbeiter auf­fordern, auch tatsächlich Pausen zu nehmen. So wird nach­drücklich vermittelt, dass Pausen wichtig für die Leistungs­fähig­keit sind und somit zum Unter­nehmens­erfolg beitragen. Ein gezielter Austausch mit den Beschäftigten im Team über das Thema Regeneration kann zudem helfen, eine gemeinsame leistungs­fördernde Pausen­kultur zu entwickeln.

    Tipp 3: Eigenes Arbeits­pensum hinter­fragen
    Ist die Intensivierung Ihrer Arbeit ein Dauerzustand? Sind Pausen in Ihrem Arbeits­alltag eine Selten­heit? Dann sollten Sie sich Gedanken über das selbst gewählte oder vorgegebene Arbeits­pensum machen. Sind die Ziele zu hoch gesetzt und ist es unrealistisch, diese in der vorhandenen Arbeits­zeit zu erreichen, ist offene Kommunikation gefragt. Beschäftigte sollten dies unbedingt rückmelden und gemeinsam mit der Führungs­kraft die Ziele besprechen und sie gegebenen­falls anpassen. Manchmal hilft es auch schon, gemeinsam Prioritäten zu setzen und sich auf die erwartete Qualität zu verständigen. Wenn das nicht funktioniert, sollte man sich selbst bewusst machen, wie wichtig die eigene Gesundheit ist, und lernen, an mancher Stelle auch mal Nein zu sagen. Denn wer sich gut abgrenzen kann und recht­zeitig Stopp­signale sendet, beugt Über­lastung am Arbeits­platz vor. Diplomatisch und erfolg­reich Nein sagen kann man lernen.

    Quelle: Zusammenfassung der Artikel von BGHW / VBG-Arbeitspsychologin Elisa Bradtke / BGW