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  • Februar 2021Der Alltag im Homeoffice

    Um das aktuelle Infektionsgeschehen noch besser einzudämmen, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 21. Januar 2021 die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) veröffentlicht, in der unter anderem die Unternehmen aufgefordert sind – sofern möglich – den Mitarbeiter*innen Homeoffice zu ermöglichen.

    Wir möchten Ihnen einige Tipps geben, damit die Arbeit im Homeoffice gesund und sicher bewältigt werden kann, denn neben der Gestaltung des Arbeitsplatzes ist das Problem der psychischen Belastung nicht zu unterschätzen. Außerdem möchten wir Ihnen auch Informationen zur gesetzlichen Unfallversicherung mitgeben.

    Die VBG hat in einer 114 Seiten umfassenden Broschüre „Gesundheit im Büro“ sowie verschiedenen weiteren Publikationen relevante Fragen rund um gesundes Arbeiten in Büro und Homeoffice behandelt. Im Folgenden fassen wir für Sie interessante Dinge zusammen.

    1. Die Ausstattung und Gestaltung
      1. Stellen Sie den Monitor so auf, dass möglichst keine Fenster oder Lichtquellen sich darin spiegeln oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite.
      2. Der Abstand zum Bildschirm sollte 50-70 cm betragen.
      3. Ideal sind separate Tastatur, Maus und zweiter Bildschirm für Arbeiten am Notebook.
      4. Am besten schaut man entspannt von oben auf den Bildschirm herab; für optimales Sehen sollte der Monitor so weit nach hinten geneigt sein, dass der Blick senkrecht auf den Bildschirm trifft. So beugen Sie Verspannungen vor.
      5. Ändern Sie öfter die Sitzhaltung und machen Sie Bewegungspausen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen.
    2. Gerade Bewegung im Homeoffice ist wichtig! Nutzen Sie jede Gelegenheit zum Stehen, für Übungen oder auch für kleine Spaziergänge. Dies beugt auch psychischen Belastungen vor. Auch eine feste Struktur mit strikten Arbeitszeiten und Pausen sind wichtig. Sie dienen der Regeneration und wirken sich positiv auf Produktivität und Arbeitsatmosphäre aus.
    3. Doch ist man in Pausen auch bei Unfällen gesetzlich unfallversichert? Die Antwort ist nicht ganz eindeutig.
      1. Rauchen und Frischluft: Für manche gehören Raucherpause und Erholungsspaziergang zum Arbeitsalltag. Jedoch sind diese Tätigkeiten reines Privatvergnügen. Unfälle auf dem Weg vor die Tür oder während einer solchen Pause werden nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Nur wenn ein Erholungsspaziergang aufgrund einer außergewöhnlichen Belastung durch die verrichtete Tätigkeit notwendig wird, kann dieser ausnahmsweise versichert sein. Das allgemeine Bedürfnis, Arbeitspausen zur Erholung und Entspannung zu nutzen und so die Leistungsfähigkeit zu erhalten, reicht hierfür nicht aus.
      2. Toilettengang: Der Gang zur Toilette ist auch in Büro und Betrieb unvermeidbar. Hin- und Rückweg zur und von der Toilette sind daher versicherte Arbeitswege – allerdings nur bis zur Toilettentür. Wer in der Toilettenanlage ausrutscht, ist nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert.
      3. Mittagessen: Das Mittagessen gilt als arbeitskrafterhaltende Maßnahme und der Weg in die Kantine oder zum Imbiss somit als Arbeitsweg. Dieser endet allerdings mit Betreten des Ortes, wo das Mittagessen stattfindet. Unfälle beim Mittagessen selbst sind keine Arbeitsunfälle – außer es handelt sich um Geschäftsessen oder gemeinsame Mahlzeiten bei Betriebsausflug oder Weihnachtsfeier. Aufgrund des engen Zusammenhangs mit der betrieblichen Tätigkeit bzw. der betrieblichen Veranlassung besteht hier auch während des Essens Versicherungsschutz.
      4. Kleine Erledigungen: Ist der Weg in den Supermarkt versichert? Kommt drauf an: Besorgt man sich dort etwas, um es anschließend – etwa als Mittagessen – auf der Arbeit zu genießen, ist das versicherungsrechtlich abgedeckt und unbedenklich. Zum Problem wird es, wenn neben dieser Besorgung beispielsweise noch das Hemd aus der Reinigung geholt oder der private Wocheneinkauf erledigt wird. Wer das tut, handelt überwiegend im Privatinteresse. Hier greift die Versicherung nicht.
      5. Pausen im Homeoffice: Arbeitet man zu Hause, findet das Mittagessen vielleicht in der eigenen Küche statt. Den Weg dorthin oder auch auf die Toilette legt man innerhalb der eigenen Wohnung zurück. Auf diese haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber keinen Einfluss, weshalb solche Wege nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind. Übrigens: Arbeitswege außerhalb des Zuhauses beginnen nicht ab der Wohnungstür, sondern erst mit dem Durchschreiten der Haustür.

     

    Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie unter:
    https://www.certo-portal.de/arbeit-gestalten/artikel/poster-sicher-in-die-pause/
    https://www.certo-portal.de/leichte-sprache/artikel/bestens-informiert-gesundheit-und-bewegung-in-buero-und-homeoffice-leichtesprache/
    https://www.certo-portal.de/arbeit-gestalten/artikel/zuhause-arbeiten-how-to-homeoffice/
    Quelle: Diese Hinweise wurden aus Fachberichten und Informationen der VBG erstellt.