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  • März 2021 Die ISO 45000er Familie bekommt zwei neue Regeln

    Die ISO 45000er Familie bekommt zwei neue Regeln. Diese sollen der COVID19-Pandemie und der modernen Arbeitsweise mit den steigenden Risiken Rechnung tragen.

    Im Einzelnen handelt es sich um die

    • ISO/PAS 45005:2020 „Occupational health and safety management – General guidelines for safe working during the COVID-19 pandemic“ und die
    • ISO/FDIS 45003 „Occupational health and safety management – Psychological health and safety at work – Guidelines for managing psychosocial risks“ (Die ISO 45003 befindet sich aktuell noch im finalen Entwurfsstatus. Die endgültige Veröffentlichung wird im Sommer 2021 erwartet. Der Entwurf ist in englischer Sprache erhältlich.)

    Bei den beiden Regeln handelt es sich um Leitfäden, die Unternehmen, die bereits über ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems (SGA-MS) nach ISO 45001:2018 verfügen, in zwei spezifischen Bereichen unterstützen sollen. Hierbei handelt es sich um

    • Allgemeine Richtlinien für sicheres Arbeiten während der COVID-19-Pandemie (ISO 45005) sowie
    • die psychische Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (ISO 45003)

    Anders als die ISO 45001 sind die neuen Regeln keine Managementnormen und somit nicht selbstständig zertifizierbar. Diese Leitfäden beinhalten Erläuterungen, Empfehlungen und Praxisbeispiele. Sie können durch das Unternehmen umgesetzt werden, eine Zertifizierung allein ist jedoch nicht möglich. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind die Anforderungen (Risiken, Chancen und Maßnahmen) im Umgang mit der COVID19-Pandemie aber auch der Umgang mit psychischen Belastungen auch im Rahmen der ISO 45001 Zertifizierung auf jeden Fall zu berücksichtigen.

    Details zur ISO 45005:2020 (derzeit nur in Englisch erhältlich – Stand April 2021)

    Die Regel wurde im Dezember 2020 veröffentlicht und kann Unternehmen unterstützen, die systematische Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und Risikominimierung umsetzen möchten. Aufgrund ihres Aufbaus ist sie besonders zum Einbau in den PDCA-Zyklus eines bestehenden SGA-MS geeignet. Sie gibt Unternehmen einen Rahmen, innerhalb dessen sie Ihre Risiken bezüglich der Pandemie erkennen, systematisch managen und kontinuierlich verringern können. Im Mittelpunkt steht die risiko- und praxisorientierte Herangehensweise:

    • Bewertung der mit COVID19-Pandemie verbundenen Risiken
    • Grundsätzliche Herangehensweise bei Infektionsgeschehen
    • Anleitung zum Umgang mit Risiken
    • Beispiele zur Umsetzung von Maßnahmen
    • Einbeziehung mehrerer Standorte
    • Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle auch bei harmloseren Infektionen
    • Unterstützung bei der Erstellung von Reaktionsplänen mit Blick auf Veränderungen
    • Integration der Leitlinien in den PDCA-Zyklus eines (ISO) Managementsystems
    • regelmäßige Anpassung an sich verändernde Situationen

    Die Regel ist wie folgt aufgebaut:
    Plan
    Kap. 4: Planung und Bewertung von Risiken
    Kap. 5: vermutete oder bestätigte COVID-19-Fälle
    Kap. 6: psychische Gesundheit und Wohlbefinden
    Kap. 7: Inklusion
    Kap. 8: Ressourcen

    Do
    Kap. 9: Kommunikation
    Kap. 10: Hygiene
    Kap. 11: Gebrauch persönlicher Schutzausrüstung
    Kap. 12: Betrieb/Tätigkeiten

    Check
    Kap. 13: Bewertung der Leistung

    Act
    Kap. 14: fortlaufende Verbesserung