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  • November 2021Erste-Hilfe - Betriebsverbandskästen

    Die DIN 13157 und die DIN 13169 wurden zum 01.11.2021 angepasst. Diese DIN-Normen beschäftigen sich mit dem Inhalt von Verbandskästen in Betrieben, auf Baustellen, in Schulen und Tageseinrichtungen für Kindern. Die Inhalte dieser Betriebsverbandskästen wurden an aktuelle medizinische Standards und Entwicklungen angepasst, sodass eine fachgerechte Erste-Hilfe gewährleitet werden kann.

    Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

    • Beide DIN Normen fordern im Inhalt Reinigungstücher, mit denen Ersthelfer*innen Ihre Hände schnell und einfach säubern können
    • Der Gesichtsschutz, der mindestens DIN EN 14683 entsprechen muss, ist zu ergänzen.
    • Die Menge an Pflaster wurde ausgeweitet.

    Mengenanpassung

    DIN 13157

    DIN 13169

    Feuchttücher

    4

    8

    Gesichtsmasken mind. Typ 1 nach DIN EN 14683

    2

    4

    Pflastersortiment

    42 Strips

    84 Strips


    Die übrigen Komponenten bleiben fast unverändert. Wir empfehlen: „Nutzen Sie die Änderungen, um die Inhalte und Aktualität Ihrer Betriebsverbandskästen zu prüfen. Es gilt eine Übergangsfrist bis 30.04.2022.

    Zusätzlich zur o.g. Anpassung der Verbandskästen hat die DGUV die Handlungshilfen für Ersthelfende während der Pandemie aktualisiert. Gemäß der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ist es die Aufgabe des Unternehmens, für eine wirksame Erste Hilfe vor Ort in den Betrieben zu sorgen. Dazu gehört beispielsweise die Bereitstellung der notwendigen Sachmittel, des erforderlichen Personals und passender organisatorischer Maßnahmen. In der aktuellen pandemischen Lage ist es außerdem wichtig darauf zu achten, ob Ersthelfende selbst zu Risikogruppen gehören und es muss vorab bewertet werden, ob ein hier ein erhöhtes Risiko besteht.

    • Häufigkeit und Frequenz für Fortbildungen: Normalerweise erfolgt die Fortbildung von Ersthelfern alle zwei Jahre. Während der epidemischen Lage von nationaler Tragweite kann von den Vorgaben abgewichen werden. Ersthelfende können auch weiterhin eingesetzt werden, wenn die letzte Fortbildung bzw. Ausbildung bereits länger als 2 Jahre zurückliegt. Die tolerierte Grenze liegt bei bis zu drei Jahren.
    • Erste-Hilfe-Aus- und Weiterbildungen während der Pandemie: Die Basis für alle Erste-Hilfe-Aus- und Weiterbildungen sind die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Laut der Handlungshilfe sollten alle Schulungen als Inhouse-Schulungen durchgeführt werden, damit Dienstreisen und Außenkontakte auf ein mögliches Minimum gesenkt werden.
    • Erste-Hilfe-Kurse: Ziel von Erste-Hilfe-Kursen ist die ganzheitliche Handlungskompetenz und das richtige Vorgehen in Notfallsituationen. Deshalb müssen Erste-Hilfe-Kurse gemäß DGUV Vorschrift 1 in Präsenz veranstaltet werden, damit praktische Übungen stattfinden können. Stets zu beachten sind dabei natürlich die richtigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen.
      • Beim direkten Kontakt zwischen der Ersthelferin oder dem Ersthelfer und der hilfsbedürftigen Person sollten beide Personen zur Minimierung der gegenseitigen Ansteckungsrisikos einen Mund-Nase-Schutz tragen, im Idealfall eine FFP2-Maske.
      • Ein komplexeres Thema ist die Beatmung von Hilfsbedürftigen: Hier empfiehlt die DGUV Handlungshilfe das Verwenden von Beatmungsmasken mit Ventil. Diese sollen bei der Beatmung vor das Gesicht gehalten werden.
      • Eine Unterweisung der besonderen Vorgaben während der Pandemie für alle Ersthelfenden ist mindestens einmal pro Jahr sinnvoll. Im Zuge dessen sind die Unterschiede zum Normalbetrieb anzusprechen.